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Das ansteckende Helfersyndrom

WKZ vom 05.12.2002

Das ansteckende „Helfersyndrom"

Wer von „IMPULSE" spricht, spricht auch von Eva Strehl, der treibenden Kraft der Weinstädter Interessenbörse und des „Gartens der Sinne".

Oh, war das heute wieder stressig", seufzt Eva Strehl. Stressig, ja - aber wie das meiste, was sie anpackt, hat auch der erste gemeinsame Nachmittag des Kreises der Älteren und des Otto-Mühlschlegel-Hauses geklappt. Mehr als 70 Bewohner des neuen Seniorenheims kamen, angemeldet war nur einer. Eilig mussten die Organisatoren die Vorräte an Kaffee und Kuchen aufstocken und derweil die Gäste bei Laune halten. Die Bewohner des Mühlschlegel-Hauses sollten gezielt angesprochen werden, denn die zahlreichen Veranstaltungen für Senioren in der Stadt besucht von ihnen kaum jemand. Viele sind erst hergezogen. Eva Strehl weiß: „Das werden keine Weinstädter mehr." Also müsse sich Seniorenarbeit halt auch speziell um sie kümmern. So steckt Eva Strehl schon wieder mittendrin in ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Untrennbar ist der Name der früheren Leiterin der Musikschul-Außenstelle mit der Interessenbörse „IMPULSE" verbunden. Ungezählte Kontakte knüpfte diese in sieben Jahren und brachte Kochgruppen, Spielenachmittage, Literaturzirkel, Wanderfreunde und Klöpplerinnen zusammen. Ihr Lieblingsprojekt aber ist wohl der „Garten der Sinne" in Benzach, der im Lauf weniger Jahre vom Kräutergarten zu einem Park geworden ist, der mit Barfußweg, Bienenstock und nachgebildeter Alpenlandschaft en miniature seinem Namen alle Ehre macht. Und wofür das alles? „Wenn ich beim Altennachmittag sehe, wie die Leute miteinander lachen und von Herzen mitsingen, dann bin ich voll entschädigt. Das ist bei mir wie eine Krankheit, ein Helfer-Syndrom." Und damit hat Eva Strehl schon etliche Leute angesteckt.